Unser Leitbild zum Sihlwald

Naturerlebnispark im Ballungsgebiet Zürich-Zug
Die Frage nach dem Sinn eines Naturerlebnisparks im Naherholungsbereich einer Grossstadt – einige Gedanken …

Wer nicht in der Wohngemeinde arbeitet kennt das Problem. Vollgestopfte Züge und endlose Kolonnen auf der Strasse belasten die betroffenen Personen im zunehmenden Masse. Immer mehr Einwohner teilen sich den kleinen Raum, jeder Fleck wird überbaut um die wachsende Bevölkerung aufzunehmen. Was sich im Verkehr abspielt, geschieht auch in der Freizeit. Sehr wenige Naherholungsgebiete stehen der Bevölkerung zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund erscheint die Schaffung eines Naherholungsparkes ein höchst erstrebenswertes Ziel; wäre da nicht ein kleiner Wermutstropen. Eines der grössten Naherholungsgebiete der Stadt Zürich wird unter dem Titel Naturerlebnispark der Naherholung entzogen, zumindest gilt dies für Velofahrer, Reiter und Hundehalter. Velos gehören auf die Strasse, ausser man ist grad mit dem Auto unterwegs und wer hatte nicht schon mal Probleme mit diesen Rowdies bei einem erholsamen Waldspaziergang. Über Hunde wollen wir schon gar nicht sprechen, die Zeitungen sind voll mit den Fehlhandlungen und Unfällen verursacht durch Hundehalter. Zum Schluss bleiben noch die Pferde, eine künstlich angesiedelte Spezies die definitiv nicht in unsere Natur gehören und durch fliegenübersähte Rossäpfel auf den Gehwegen negativ auffallen. Da ist das Konzept der Stadt Zürich plötzlich einleuchtend. Verhindern wir diese unliebsamen Begegnungen indem wir nur noch Spaziergänger zulassen. Hunde ersetzen wir durch Dachse und Füchse, die nicht nur zum Spass jagen sondern sich gleich von den Wildtieren ernähren. Die Fliegen auf den Pferdeäpfel ersetzten wir durch grössere Zeckenpopulationen, verursacht durch die vielleicht grösseren Tierpopulationen, nur auf einen Ersatz für die Radfahrer müssen wir leider verzichten.

Als Radfahrer, Wanderer, Fotograf , Hundehalter und Reiter im Sihlwald hatte ich Gelegenheit die Natur auf eindrückliche Weise hautnah zu erleben. Begegnungen mit Wildtieren waren keine Seltenheit und immer wieder ergreifend (mit Ausnahme der erregerverseuchten Zeckenpopulation). Es scheint also nicht, dass dieses Konzept eines Naturerlebnisparkes das Naturerlebnis für eine breitere Bevölkerung eröffnen soll, vielmehr scheint es, dass die Stadt Zürich die zumindest unmoralische Aneignung des linken Sihlwalds durch eine Rückgabe an die Wildtiere sühnen will.

Schade, dass die verantwortlichen Stellen der Stadt Zürich das Fehlverhalten Einzelner mit der kollektiven Haftung aller ahndet. Die Grundidee eines Naturerlebnisparks wurden im konkreten Fall denkbar schlecht umgesetzt. Es scheintso, dass einzelne Vertreter ihre ganz persönliche Vorstellung eines Naturparks mit aller Macht umsetzen wollen.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich der Naturschutz mit weiterreichenderen Konzeptionen befassen sollte wie sie z.B. in der Planung von Multifunktionalen Nullenergie Häusern aber auch in der Nutzungsplanung für dicht besiedelte Gebite Anwendung finden.

Ist ein Projekt Wildnispark dieser Grösse Gesamtökologisch sinnvoll?