Das Rechtssystem ist eine gute Errungenschaft, aber …

Die Interessengemeinschaft Sihlwald für alle hatte im September 2015 Rekurs gegen die überarbeitete Schutzverordnung Sihlwald eingereicht. Das erstinstanzliche Urteil des kantonalen Baurekursgericht wurde im Frühjahr 2016 der Interessengemeinschaft Sihlwald für alle zugestellt. Das Urteil lautete, nicht auf den Rekurs einzutreten wegen formalen Fehlern. Unsere Rechtsvertreter fanden dieses Urteil fragwürdig. Dennoch haben wir das Urteil akzeptiert um einen Schlussstrich zu ziehen. Denn gegen die offensichtliche Zusammenarbeit von Judikative und Legislative haben wir keine Chance. Nur schon aufgrund der finanziellen Verhältnisse. Wir können es nicht mit dem aus Steuergeldern alimentierten Budget der Verwaltung aufnehmen.

Wer hätte das Gedacht – Die Schutzverordnung wird überarbeitet

Bereits ein Jahr nach der Gründung der IG Sihlwald für alle zeichnete sich ab, dass die im Jahre 2008 erlassene Schutzverordnung Sihlwald überarbeitet werden könnte. Die Gemeinde Hausen am Albis wurde im April 2013 beim Kanton vorstellig und forderte eine Überarbeitung der Schutzverordnung. Die nachfolgenden Meilensteine beschreiben das Wirken der IG bis zum heutigen Tag:

  1. Erlassung der Schutzverordnung Sihlwald im Jahre 2008
  2. Gründung der IG Sihlwald für alle im Frühjahr 2012. Direkt betroffene Reiter, Velofahrer und Wanderer aus den Gemeinden Hausen am Albis und Langnau schlossen sich zusammen.
  3. Erste Gespräche mit der Parkleitung zu unseren Anliegen im Frühjahr 2012. Nach der ersten Sitzung war für die IG Sihlwald klar, dass von Seite der Parkleitung keine Zugeständnisse gemacht werden würden.
  4. Öffentlichkeitsarbeit von Sommer 2012 bis 2013 mit Unterschriftensammlungen und Events.
  5. Der Kantonsrat tritt im September 2013 auf das Postulat, die Schutzverordnung nicht zu überarbeiten, nicht ein
  6. Publikation des Entwurfs der überarbeiteten Schutzverordnung im August 2014
  7. Erlassen der überarbeiteten Schutzverordnung im August 2015
  8. Rekurs der IG Sihlwald im September 2015 gegen die Schliessung der Bachtelenstrasse, die weiterhin in der Schutzverordnung enthalten war.
  9. Zustellung der Stellungsnahme des Kantons an die IG Sihlwald für alle im Dezember 2015
  10. Zustellung des Urteils des kantonalen Baurekursgerichts im Mai 2016
  11. Der Vorstand der IG Sihlwald für alle beschliesst das Urteil zur Kenntnis zu nehmen. Erstellen der Abschlussrechnung des Rekurses.

Das Haar in der Suppe

Die Schliessung der Bachtelenstrasse per Ende 2018 für Velofahrer und Reiter wurde in der überarbeiteten Schutzverordnung nicht aufgehoben. Alle anderen Anliegen der IG Sihlwald für alle wurden vollumfänglich oder zumindest mit akzeptablen Kompromissen Berücksichtig. Dass der Kanton an der Schliessung der Bachtelenstrasse festhält wurde schriftlich und ausführlich begründet. Und genau auf diesem Umstand basierte die Begründung des Gerichts bzw. des Kantons. Da es sich um eine geringfügige Anpassung handelte, war die Bachtelenstrasse nie Gegenstand der Überarbeitung. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Bachtelenstrasse in der schriftlichen Begründung und in den Gesprächen diskutiert wurde. An diesem Fall ist klar erkennbar, wie ein Anliegen autokratisch und bürokratisch abgegolten werden kann. Aus unserer Sicht eine problematische Tendenz, dass sich die Verwaltung über die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger stellt. Zu vergleichen ist dies mit David gegen Goliath. Wobei Goliath den David aber nicht einmal kämpfen lässt. Er entwaffnet Ihn schon vorher, indem er gar nicht auf den Kampf eingeht.

Schöner Leistungsausweis

In den letzten vier Jahren unseres Wirkens konnten wir stets auf den Rückhalt in der Bevölkerung zählen. Vor allem auch, wenn es darum ging, Geld für die nächsten Vorhaben zu sammeln. Wie z.B. für den Rekurs oder die Organisation des gemeinsamen Brätelns beim Hochwachtturm. Dies bestätigt auch die Liste der Erfolge, welche wir verzeichnen konnten:

  1. Sammlung von über 1000 Unterschriften für die Überarbeitung der Schutzverordnung innert weniger Wochen.
  2. Kanton und die Parkleitung erarbeiten einen Vorschlag für die angepasste Schutzverordnung.
  3. Der Kantonsrat beschliesst, auf ein Postultat nicht einzutreten, welche den vollständigen Stopp der Überarbeitung fordert.
  4. Begehungen mit dem Kanton und anschliessende Anpassungen des Vorschlags
  5. Erlassen der überarbeiteten Schutzverordnung welche grosse Teile unserer Anliegen berücksichtigt wie der Gratweg, Verbindung Schweikhof-Oberalbis, und die Verbindung Schnabelstrasse-Schnabellücke.

Der Vorstand der IG Sihlwald für alle ist mit dem Leistungsausweis der letzten vier Jahre mehr oder weniger zu frieden. Auch wenn mit dem abgewiesenen Rekurs eine enttäuschende Erfahrung mit dem Rechtssystem und den kantonalen Behörden verbunden ist. Dass die Bachtelenstrasse für Velofahrer und Reiter 2018 geschlossen wird, werden wir wohl nie verstehen, denn für uns plausible und nachvollziehbare Erklärungen existierten nicht und wurden auch keine geliefert.

Unsere persönliche Meinung

Trotz des immensen Verwaltungsapparats von rund vier Vollzeitstellen beim Kanton, welche sich ausschliesslich mit Schutz- und anderen Verordnungen usw. befassen, wurden grobe Schnitzer gemacht:

  1. Im offiziellen Organe des Oberamts (Affoltemer Anzeiger) wurde die Schutzverordnung, welche auch Boden der Gemeinde Hausen einschliesst, nicht publiziert.
  2. Die Schutzverordnung schloss auch Boden mit ein, obwohl deren Besitzer nie angefragt bzw. offiziell informiert wurden.
  3. Der Konflikt und die Auswirkungen spezifischer Nutzergruppen wurden künstlich polemisiert. Damit wurden mehr neue Probleme als echter Nutzen geschaffen.
  4. Es ist zu beobachten, dass der Unterhalt des Wegnetzes drastisch reduziert wurde. Wo vorher noch Platz für alle proklamiert wurde, ist nun ein Kreuzen bald nicht mehr möglich. Auch gefährliche Löcher und Hindernisse wie grosse herabfallende Baumäste oder halbmetertiefe Gräben gefährden die Waldbesucher unnötig.

Dank dem engagierten Einsatz von Sihlwald für alle konnten einige dieser Unzulänglichkeiten ausgebügelt werden. Der Aufwand auf unserer Seite und der des Kantons stehen aber in keinem Verhältnis mit dem effektiven Nutzen für Natur und Mensch. Wir danken allen Personen, welche uns in den letzten Jahren unterstützt haben. Auch dem Kanton und den Gemeinden, die für uns ein offenes Ohr hatten. Wir werden die weiter Entwicklung im Auge behalten. Der jetzige Zustand muss so belassen werden und die Wege und Strassen müssen weiter unterhalten werden.

Bis bald im Sihlwald – der Vorstand der IG Sihlwald für alle

Steinemikado

Mikado mit Bäumen, von diesem Spiel berichtet der Wildnispark in schon fast regelmässigen Abständen. Mit Seilwinden und Motorsägen werden bei diesem Spiel Bäume umgerissen. Das Ergebnis ist mehr Totholz und ein unpassierbarer Weg. Einen Weg unpassierbar machen kann man aber auch mit Steinen. Damit hält man zwar keine Wanderer, Velofahren oder Reiter auf, aber Fahrzeuge. Seit letztem Sommer kann man beobachten, dass die Steine im Gebiet Mattli und Schweikhof in regelmässigen Abständen versetzt werden. Und es handelt sich nicht um kleine Steine. Um diese Steine zu bewegen braucht es typischerweise Kräfte welche von Maschinen erzeugt werden können. Ab und zu gibt es auch eine deftige Spur durch den angrenzenden Wald. Weg Sperren oder doch nicht sperren fragt man sich. Und wer soll diesen Weg in regelmässigen Abständen benutzen so dass es als störend empfunden wird? Die Jungs von nebenan welche am Freitag-Abend eine Party auf dem Albis schmeissen?

Diese Steine werden regelmässig bewegt.

Diese Steine werden regelmässig bewegt.

Unverständliches Handeln des Wildnisparks

Da steht das Buch – Recht haben, Recht bekommen. Bei Herrn Schneider habe ich die ersten Lektionen im Reich des Rechts gelernt. Und bis heute verstehe ich manche Entscheide des Rechtssystems nicht. Moral. Das ist der Sinn in uns Menschen der sich dann bemerkbar macht.

Im Dezember 2015 wurden vom Wildnispark Verbotstafeln im Gebiet Mattli aufgestellt. Man solle den Weg welcher seit über 20 Jahren von Bikern und Wanderern benutz wird nicht mehr befahren. Denn das schade der Natur. Die Tafel hat insofern recht, dass das Waldgesetz sagt, dass Trampelpfade oder Rückegassen nicht von Fahrrädern benutzt werden dürfen. Recht bekommt man, aber hat man auch Recht?

  • Der Wildnispark hat am letzten Montag im Auftrag des Kantons mehrere gesunde Bäume angesägt und umgerissen. Damit wurden zwei Wege unpassierbar gemacht. Wie soll man verstehen, dass dieselben welche Wurzeln und Waldboden aktiv zerstören andere Anweisen dies zu unterlassen aufgrund einer Vermutung?
  • Die Tafeln wurden auf privatem Grund der Gemeinde Hausen am Albis ohne Bewilligung aufgestellt. Die Grundeigentümer wurden weder angefragt, noch informiert. Was soll ich als Bürger denken, wenn durch bewusste Rechtsverletzungen von anderen das Einhalten des Rechts eingefordert wird?
  • Der Einsatz von Ressourcen für diese Tafeln ist hoch. Stahl verzinkt, Stahl gespritzt, Kunststoff, bedrucktes Papier. Wie soll man den Vergleich zwischen Beschädigung von Wurzeln und Waldboden verstehen, wenn durch die Herstellung der Tafeln die Umwelt flächendeckend mit Giften belastet wurde?
  • Der Kanton Zürich und die Zürcher Kantonalbank sind Vorbilder für das Handeln jedes einzelnen Bürgers. Die beiden Unterstützen jedoch die Rechtsinterpretation, dass man als Institution auf fremden Grund und Boden Verbote aussprechen kann. Wie kann man Vorbild sein und für den Rechtsstaat einstehen, wenn man sich selber nicht an die Regeln hält?
  • Auf der Tafel steht geschrieben, dass das Biken den Waldboden und die Wurzeln zerstört. Zudem wird das Wild gestresst. Woher diese Behauptung stammt wissen wir nicht. Wissenschaftlich ist dies auf jeden Fall nicht bewiesen worden. Eher das Gegenteil ist der Fall – der motorisierte Freizeitverkehr (Besucher Wildnispark) zerstört den Wald und den Waldboden (Uebersäuerung). Wie soll man Leuten glauben schenken, welche Behauptungen öffentlich verbreiten welche keine Grundlage haben?
Umgerissene Bäume im Sihlwald, nur 500 Meter vo den Verbotstafeln entfernt.

Umgerissene Bäume im Sihlwald, nur 500 Meter vo den Verbotstafeln entfernt.